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Kultur

Rolf Hochhuth bedauert umstrittenes Interview

Wuppertal/Köln. In einem Streitgespräch mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, will sich der Schriftsteller Rolf Hochhuth zu seinem umstrittenen Interview in der rechtsgerichteten Zeitschrift „Junge Freiheit“ äußern.

26.02.2005
Das kündigte der Vorsitzende der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft (ELS) in Wuppertal, Hajo Jahn, gestern an. Das Streitgespräch soll Teil einer ursprünglich von der ELS mit Hochhuth als Hauptredner geplanten Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus am 24. April in der Wuppertaler „Gemarker Kirche“ sein.
Der nach der von den Nationalsozialisten verfolgten Dichterin Lasker-Schüler benannten Literaturgesellschaft hatte Hochhuth in einer Stellungnahme am Donnerstag erklärt: „Ich bedaure es aufrichtig, wenn durch das Interview in der Zeitschrift ,Junge Freiheit' Gefühle der jüdischen Bürger verletzt worden sein sollten. Nichts lag mir ferner.“
Hochhuths Interview und die Verteidigung des Holocaust-Leugners David Irving sei eine „Riesendummheit“ gewesen, meinte Jahn. Der ELS hatte Hochhuth gesagt: „Wer mein Lebenswerk kennt, der weiß, dass ich alles andere als ein Holocaust-Leugner bin.“ Im Gegenteil, er klage in seinen Beiträgen die Verbrechen der Nationalsozialisten an.
Hochhuth hatte in seinem massiv in die Kritik geratenen Interview mit der „Jungen Freiheit“ den Briten Irving als seriösen Historiker bezeichnet. Nach eigenen Angaben habe er „diese Zeitschrift“ vorher nicht gekannt, auch seien ihm die späten Äußerungen des Historikers nicht bekannt gewesen.  (dpa/pb)
 
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